Auf einen Blick
Für Tickets, Labels und mobile Interaktionen. Das Verhalten hängt auch von Leser und geschriebenem Inhalt ab.
Drei Punkte vor der Entscheidung:
- Nutzspeicher nach NDEF-Formatierung
- von Zieltelefonen unterstützte Funktionen
- Leseschutz und endgültige Sperrung
Für Tickets und mobile Abläufe werden exakte Variante, nach Formatierung verfügbarer Speicher, Zähler, Sperren und Zugriffsschutz verglichen. Der endgültige Inhalt wird auf beide Optionen geschrieben und von Zieltelefonen oder Terminals gelesen. Entscheidend sind Nutzung und Lebensdauer, nicht ähnlich klingende Produktnamen.
Gemeinsames Tag-Format, unterschiedliche Ausstattung
Beide Familien folgen dem Typ-2-Tag-Format des NFC Forums und lassen sich deshalb von Smartphones mit NDEF-Inhalten beschreiben und lesen. Die Unterschiede liegen in der Ausstattung. Die Grundvariante der ersten Familie hat 48 Byte Nutzerspeicher; neuere Varianten bieten 48 oder 128 Byte, drei Einwegzähler und einen 32-Bit-Passwortschutz, eine weitere Variante authentifiziert mit 3DES. Die zweite Familie bietet in den größeren Varianten deutlich mehr Speicher, dazu einen automatisch hochzählenden Lesezähler und die Spiegelung von UID und Zählerstand in eine URL.
Die erste Familie ist auf Papier- und Kunststofftickets für Nahverkehr und Veranstaltungen zugeschnitten, bei denen ein Terminal die Zähler als Fahrtenguthaben oder Entwertung nutzt. Die zweite zielt auf Etiketten, Plakate und Verpackungen, bei denen ein Smartphone ohne App eine Webseite öffnen soll.
Welche Träger wir mit welcher Familie bauen
Für Einwegtickets fertigen wir Papier- oder Kartonkarten mit eingebettetem Inlay, im Offset bedruckt und nummeriert; hier reicht der kleine Speicher, weil das Terminal nur Kennung und Zähler auswertet. Für Aufkleber, Aufsteller und Werbekarten setzen wir die zweite Familie ein und kodieren die URL, bei Bedarf mit gespiegelter UID. Bei Veranstaltungsarmbändern kommen beide infrage: Ein Kassensystem mit eigenem Leser ist oft auf die erste Familie eingerichtet, die Besucherinteraktion per Telefon spricht für die zweite.
Beim Schreibschutz unterscheiden sich die beiden Familien kaum. Beide kennen Sperrbits, die Seiten dauerhaft schreibschützen, und bei den neueren Varianten einen Passwortschutz, der sich mit dem richtigen Passwort wieder aufheben lässt. Welche Seiten endgültig gesperrt und welche nur passwortgeschützt bleiben, legen wir vor der Kodierung für jedes Feld fest.
Inlay und Druck bei Papierträgern
Papiertickets vertragen keine hohen Laminiertemperaturen. Deshalb kaschieren wir das Inlay zwischen zwei Papier- oder Kartonlagen und bedrucken den fertigen Verbund. Der Chip trägt dabei leicht auf; an dieser Stelle planen wir im Druckbild keine feinen Schriften oder Strichcodes ein. Für Aufkleber verwenden wir Nassinlays mit Klebstoff und Trägerpapier, die im Etikettendruck weiterverarbeitet werden.
Zwei Leichtgewichte, zwei Welten
Beide verglichenen Typen sind schlanke Datenträger für hohe Stückzahlen – ihre Heimat unterscheidet sich jedoch: Der eine stammt aus geschlossenen Systemen wie Ticketing, der andere ist auf offene Smartphone-Lesbarkeit ausgelegt. Für Endkundenkontakt zählt letztere; im kontrollierten System zählen Kostenpunkt und Systemfreigabe.
Auswahlfehler entstehen fast immer durch die Annahme, „NFC“ sei eine einheitliche Eigenschaft. Der verlässliche Test bleibt banal: Zielinhalt aufspielen, mit den Geräten der echten Zielgruppe lesen, Ergebnis dokumentieren.



Primärquellen
Marken. MIFARE und MIFARE Ultralight sind eingetragene Marken von NXP B.V.
Die Namen dienen ausschließlich der technischen Bauteilbezeichnung. Eine Verbindung, Lizenz oder Freigabe durch NXP wird nicht beansprucht.
Häufige Fragen
Lesen alle Smartphones beide Familien gleich gut?
Beide Familien entsprechen dem Typ-2-Tag-Format, das NFC-fähige Telefone ohne Zusatzsoftware lesen. Unterschiede entstehen beim Inhalt: 48 Byte Nutzerspeicher reichen nur für kurze Links. Ist die URL länger, schneidet sie nicht das Telefon ab, sondern sie passt gar nicht erst auf den Chip. Die Tagfamilie selbst entscheidet also selten über die Lesbarkeit.
Was unterscheidet einen Einwegzähler von einem Lesezähler?
Einen Einwegzähler erhöht ein Terminal gezielt per Befehl, etwa bei jeder Entwertung eines Fahrscheins; zurückzählen ist nicht möglich. Ein Lesezähler erhöht sich dagegen automatisch bei jeder Lesung durch ein beliebiges Gerät und dient vor allem dazu, in einer URL Aufrufe zu unterscheiden. Beide lassen sich nicht zurücksetzen.
Eignet sich die erste Familie für eine elektronische Visitenkarte?
Kaum. Mit 48 oder 128 Byte Nutzerspeicher passt keine vollständige Kontaktkarte mit Namen, Telefonnummern und Anschrift. Praktikabel ist nur ein kurzer Link auf eine Kontaktdatei im Netz. Für eine direkt gespeicherte Visitenkarte verwenden wir die größeren Varianten der zweiten Familie.
