Auf einen Blick
Für gemeinsame Sprache in Einkauf, Technik und Betrieb. Software kann denselben Begriff unterschiedlich darstellen.
Drei Punkte vor der Entscheidung:
- Quellbegriff
- technische Ebene
- beobachtbares Beispiel
Zu jedem Begriff gehören drei Fragen: technische Ebene, bestätigende Beobachtung und betroffene Entscheidung. Ein vom Telefon gelesener UID, ein logistisch verwalteter EPC und ein NDEF-Datensatz sind keine Synonyme für „RFID-Kennung“. Diese Trennung verhindert scheinbar korrekte, praktisch aber unbrauchbare Anforderungen.
Begriffe aus der Kartenfertigung
Das Inlay ist die Trägerfolie mit Antenne und angeschlossenem Baustein, die in Karte, Anhänger oder Etikett eingebaut wird. Ein Prelaminat ist ein vorlaminierter Inlay-Bogen mit mehreren Nutzen, also mehreren Karten nebeneinander, der mit Druck- und Schutzfolien zur fertigen Karte verpresst wird. Nassinlay nennt man ein Inlay mit Klebeschicht auf Trägerpapier, Trockeninlay eines ohne Klebstoff. Das Chipmodul ist der gekapselte Baustein mit Kontaktflächen, der bei Dualinterface-Karten zusätzlich mit der Antenne verbunden wird. Mit Inlaylage ist die Position der Antenne im Kartenkörper gemeint. Sie bestimmt, wo gestanzt, gelocht oder geprägt werden darf, ohne die Antenne zu durchtrennen; das Langloch für Clip oder Band gehört deshalb in die Zeichnung, bevor das Inlay gewählt wird.
Begriffe aus der Kodierung
Transportschlüssel sind die ab Werk gesetzten Standardschlüssel eines gesicherten Bausteins; in der Personalisierung werden sie durch Projektschlüssel ersetzt. Ein Sperrbit schützt Speicherseiten dauerhaft vor dem Überschreiben. Diversifizierung bezeichnet die Ableitung eines kartenindividuellen Schlüssels aus einem Hauptschlüssel und der Kennung. Die TID ist bei UHF-Etiketten ein vom Bausteinhersteller geschriebener, unveränderlicher Bereich mit Typangabe und meist Seriennummer, im Unterschied zum beschreibbaren EPC-Speicher. Unter Kodierung verstehen wir das Schreiben von Daten auf den Baustein, unter Personalisierung die Summe aus Druck, Kodierung und Zuordnung der individuellen Daten je Karte. Ein Kodierprotokoll hält fest, welche Kennung welche Daten erhalten hat.
Begriffe aus Lesung und Abnahme
Die Lesedistanz ist der Abstand, bei dem ein bestimmter Leser einen bestimmten Datenträger in einer bestimmten Lage noch sicher erfasst; sie ist keine Eigenschaft der Karte allein. Pulklesung meint das gleichzeitige Erfassen mehrerer Datenträger im Lesefeld. Eine Blankokarte ist bedruckt oder weiß, aber noch nicht kodiert. Eine Kennungsliste ordnet jeder aufgedruckten Nummer die gelesene Kennung zu. Als Abnahmemuster gelten die freigegebenen Karten, die für die Serie als Referenz dienen. Antikollision ist das Verfahren, mit dem ein Leser mehrere Datenträger im Feld auseinanderhält und einzeln anspricht.
Gemeinsame Sprache spart echtes Geld
Begriffsverwirrung ist im RFID-Einkauf teuer: Wenn „Kennung“, „Nummer“ und „Code“ in einem Projekt drei verschiedene Dinge meinen, entstehen Missverständnisse, die erst bei der Anlieferung sichtbar werden. Das Glossar liefert die neutralen Begriffe, auf die sich alle Beteiligten einigen können.
Bewährt hat sich, zentrale Begriffe der eigenen Ausschreibung einmal explizit zu definieren – notfalls mit Verweis auf diese Seiten. Zwei Minuten Definition ersparen die Diskussion darüber, was „die Nummer auf der Karte“ eigentlich meinte, wenn Software und Aufdruck nicht übereinstimmen.



Primärquellen
Häufige Fragen
Was unterscheidet ein Inlay von einem Prelaminat?
Ein Inlay ist die einzelne Antenne mit Baustein auf einer Trägerfolie. Ein Prelaminat enthält mehrere solcher Inlays in einem bereits verpressten Bogen, dessen Oberfläche eben genug ist, um darauf Druckfolien zu laminieren. Kartenhersteller arbeiten mit Prelaminaten, Etikettenhersteller meist mit einzelnen Inlays auf der Rolle.
Sind TID und EPC auf einem UHF-Etikett dasselbe?
Nein. Die TID schreibt der Bausteinhersteller; sie beschreibt Bausteintyp und oft eine eindeutige Seriennummer und lässt sich nicht ändern. Der EPC-Speicher ist beschreibbar und trägt die Nummer, mit der Ihr System den Artikel führt. Beim Kodieren schreiben wir den EPC und können TID und EPC in einer Liste gegenüberstellen.
Was ist eine Blankokarte im Unterschied zu einer personalisierten Karte?
Eine Blankokarte hat ihren Kartenkörper, gegebenenfalls einen einheitlichen Druck und einen Baustein im Auslieferungszustand, aber keine individuellen Daten. Eine personalisierte Karte trägt zusätzlich Nummer, Name, Foto oder kodierte Anwendungsdaten. Blankokarten werden verwendet, wenn die Ausgabestelle selbst druckt und kodiert.
