Auf einen Blick
Für HF-Projekte jenseits einer einfachen Kennungslesung. Mehr Speicher bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit.
Drei Punkte vor der Entscheidung:
- tatsächlich schützenswerte Daten
- Authentifizierung und Schlüsselverwaltung
- Prüfung von Lese-, Schreib- und Sperrberechtigungen
Geheimnis, Kennung und personenbezogenes Datum sind nicht dasselbe. Eine UID kann öffentlich und trotzdem unerwünscht korrelierbar sein; ein moderner Baustein hilft wenig bei schlecht verteilten Schlüsseln. Das Sicherheitsdossier beschreibt Erzeugung, Berechtigte, Wechsel und Sperrung eines kompromittierten Datenträgers.
Drei Schutzstufen im Kartenspeicher
Einfache NFC-Tags schützen einzelne Speicherseiten mit einem 32-Bit-Passwort. Das verhindert versehentliches Überschreiben, hält aber keinem gezielten Angriff stand, weil das Passwort unverschlüsselt über die Luftschnittstelle übertragen wird. Die zweite Stufe sind Karten mit Sektoren, die jeweils eigene Schlüssel und Zugriffsbits besitzen; ältere Verfahren dieser Bauart mit herstellereigener Verschlüsselung gelten als gebrochen und sind nur noch für den Weiterbetrieb vorhandener Anlagen vertretbar. Die dritte Stufe bilden Chips mit Anwendungs- und Dateistruktur und AES-Schlüsseln je Anwendung, bei denen Leser und Karte sich gegenseitig authentisieren und die Übertragung verschlüsselt erfolgt.
Die Speichergröße, meist in Kilobyte angegeben, sagt über diese Stufen nichts aus. Eine Karte mit großem Speicher und offener Struktur ist schwächer als eine kleinere mit sauber vergebenen Schlüsseln. Ein großer Speicher ist nur nötig, wenn tatsächlich mehrere Anwendungen oder umfangreiche Daten auf der Karte liegen sollen.
Zufällige Kennung: Datenschutz mit Nebenwirkung
Einige Chips senden bei jeder Anwahl eine neue, zufällige Kennung, damit ein Ausweis nicht über die UID verfolgt werden kann. Systeme, die ausschließlich die UID als Ausweisnummer nutzen, erkennen solche Karten nach jedem Kontakt als neue Karte. Wer diese Einstellung wünscht, braucht eine Anwendung, die die Identität erst nach Authentisierung aus dem geschützten Speicher liest. Zwei aufeinanderfolgende Lesungen am Muster zeigen sofort, ob eine Karte in diesem Modus ausgeliefert wurde.
Auslieferungszustand und Transportschlüssel
Neue Karten verlassen die Chipfertigung mit bekannten Standardschlüsseln. Wir liefern sie entweder in diesem Zustand, damit das Ausgabesystem die eigenen Schlüssel beim ersten Kontakt setzt, oder wir personalisieren Anwendungen, Schlüssel und Zugriffsrechte nach Ihrer Schlüsseldatei bereits in der Produktion. Im zweiten Fall vereinbaren wir vorab, wie die Schlüssel verschlüsselt übergeben und nach Abschluss der Serie behandelt werden. Welche Variante gewählt wird, hängt davon ab, ob Karten zentral ausgegeben oder bereits fertig personalisiert an mehrere Standorte verteilt werden sollen. Per unverschlüsselter E-Mail sollten Schlüsseldateien in keinem Fall verschickt werden.
Sicherheit ist eine Systemeigenschaft
Die Sicherheitsdiskussion bei 13,56-MHz-Systemen verengt sich schnell auf den Chip. Tatsächlich entsteht Sicherheit aus dem Zusammenspiel: Schlüsselverwaltung, Leserkonfiguration, Prozesse bei Verlust und die Frage, ob überhaupt der geschützte Modus genutzt wird oder nur die offene Kennung.
Ein nüchterner Selbsttest: Wer kennt die Schlüssel, wo sind sie hinterlegt, was passiert beim Ausscheiden dieser Person? Systeme scheitern häufiger an dieser organisatorischen Frage als an der Kryptografie des Bausteins.



Primärquellen
Häufige Fragen
Schützt ein Passwort auf einem NFC-Tag die gespeicherten Daten?
Nur gegen versehentliches Überschreiben. Das 32-Bit-Passwort einfacher Tags wird unverschlüsselt übertragen und kann mitgeschnitten werden. Lesbar bleibt der Inhalt ohnehin, sofern nicht auch der Lesezugriff gesperrt ist. Für vertrauliche Daten oder Berechtigungen sind Chips mit gegenseitiger Authentisierung und verschlüsselter Übertragung nötig.
Warum erkennt unser System eine neue 13,56-MHz-Karte bei jedem Auflegen als unbekannt?
Wahrscheinlich sendet die Karte eine zufällige Kennung, eine Datenschutzfunktion mancher Chips. Systeme, die nur die UID als Ausweisnummer auswerten, sehen dann bei jedem Kontakt eine andere Karte. Abhilfe schafft entweder eine Kartenkonfiguration mit fester Kennung oder eine Anwendung, die die Identität nach Authentisierung aus dem geschützten Speicher liest.
Sollten Karten mit Transportschlüsseln oder mit endgültigen Schlüsseln geliefert werden?
Beides ist möglich. Mit Transportschlüsseln setzt Ihr Ausgabesystem die eigenen Schlüssel beim ersten Kontakt, und die Schlüssel verlassen nie Ihr Haus. Mit endgültigen Schlüsseln sind die Karten sofort einsatzbereit; dafür wird die Schlüsseldatei verschlüsselt an uns übergeben, und ihr Verbleib nach der Serie wird vorab schriftlich festgelegt. Entscheidend ist, wer die Karten ausgibt.

