Auf einen Blick
Zur UHF-Vorauswahl mit anschließendem Feldtest am realen Objekt. Der Chip allein bestimmt nicht die Leistung des fertigen Tags.
Drei Punkte vor der Entscheidung:
- auf das Objekt abgestimmte Inlaygeometrie
- für den Prozess nötige Empfindlichkeit und Speicher
- Kartierung der realen Lesezone
Die Chipempfindlichkeit wird nie losgelöst von der Antenne bewertet. Fertige Inlays in objektgeeigneter Größe werden nach Ausrichtung, Schwellleistung, Leserate und Stapelverhalten verglichen. EPC-, TID- und Nutzerspeicher sind getrennte Datenentscheidungen; mehr Bytes können die Auswahl verfügbarer Varianten einschränken.
Vier Speicherbänke und was sie für die Kodierung bedeuten
Alle drei Bausteinfamilien arbeiten nach der EPC-Luftschnittstelle ISO/IEC 18000-63 und gliedern ihren Speicher gleich: reservierter Bereich mit Zugriffs- und Kill-Passwort, EPC-Bank, TID-Bank mit der unveränderlichen Chipkennung und optionaler Nutzerspeicher. Unterschiede zeigen sich darin, wie viele Bit die EPC-Bank maximal aufnimmt, ob Nutzerspeicher vorhanden ist und wie groß er ausfällt. Varianten mit großem Nutzerspeicher sind tendenziell etwas weniger empfindlich, weil ihr Schreib- und Speicherbereich mehr Energie verlangt.
Wer nur eine Seriennummer verwaltet, kommt mit 96 Bit EPC ohne Nutzerspeicher aus. Wer Wartungsdaten am Objekt ablegen will, braucht Nutzerspeicher und muss längere Schreibzeiten am Leser einplanen. Die TID dient bei allen drei Familien als eindeutige Kennung, auch wenn der EPC später neu beschrieben wird.
Vom Baustein zum fertigen Transponder
Wir wählen zuerst das Inlay und damit die Antennenform, erst danach den Chip, der auf dieser Antenne verfügbar ist. Für Textilien verwenden wir flexible, eingenähte oder eingeschweißte Transponder, für Kartonagen Papieretiketten mit Nassinlay, für Paletten und Metallbehälter Aufbauten mit Abstandsschicht. Dieselbe Antennenform wird oft mit Chips mehrerer Familien bestückt; beim Wechsel verschiebt sich die Resonanz leicht, weil jeder Chip eine andere Eingangsimpedanz hat.
In der Produktion schreiben wir den EPC nach Ihrer Nummernliste oder nach einem Kodierschema wie SGTIN-96, und liefern eine Datei mit EPC und TID; ein Kontrolllesen jeder Einheit ist auf Wunsch möglich. Soll der EPC gesperrt oder ein Zugriffspasswort gesetzt werden, kann das im selben Durchgang geschehen. Etiketten, die bei der Kodierung nicht antworten, lassen sich markieren und in der Lieferdatei ausweisen.
Rollenware für die Kodierung im RFID-Drucker
Sollen Etiketten erst beim Anwender kodiert werden, ist auf Wunsch Rollenware möglich, deren Kerndurchmesser, Wickelrichtung und Etikettenabstand auf den vorhandenen RFID-Drucker abgestimmt werden. Der Drucker beschreibt das Etikett an einer festen Position; liegt das Inlay im Etikett versetzt, wird es nicht zuverlässig kodiert. Deshalb geben wir die Lage des Inlays relativ zur Etikettenkante an, damit der Drucker darauf eingestellt werden kann.
UHF-Bausteine: Unterschiede im Detail
Die großen UHF-Bausteinfamilien liegen in der Grundleistung nah beieinander – Unterschiede zeigen sich im Detail: Speicheraufteilung, Zusatzfunktionen, Verhalten bei schwachem Feld. Für Standardlogistik ist die Etikettenkonstruktion um den Baustein herum meist wichtiger als der Baustein selbst.
Relevanz gewinnen die Detailunterschiede bei Sonderanforderungen: erweiterte Nutzerspeicher, spezielle Datenstrukturen, besondere Umgebungen. Dann gehört die exakte Bausteinbezeichnung in die Bestellung – „ein UHF-Etikett“ ist in diesen Fällen keine ausreichende Spezifikation mehr.



Primärquellen
Häufige Fragen
Kann ich die TID eines UHF-Etiketts ändern?
Nein. Die TID schreibt der Chiphersteller bei der Produktion und sperrt sie dauerhaft. Sie enthält eine Herstellerkennung, eine Modellnummer und bei aktuellen Chips eine eindeutige Seriennummer. Deshalb eignet sie sich als Echtheitsmerkmal und als Schlüssel für eine Datenbank, während der EPC je nach Prozess neu beschrieben werden kann.
Was bewirkt das Kill-Passwort auf einem UHF-Etikett?
Mit dem Kill-Passwort kann ein Leser das Etikett dauerhaft abschalten; es antwortet danach auf keine Anfrage mehr. Das wird etwa am Verkaufspunkt genutzt, damit Kunden nach dem Kauf nicht weiter erfassbar sind. Solange das Passwort auf null steht, ist die Funktion nicht nutzbar; wir setzen es nur auf ausdrücklichen Wunsch.
Warum lesen zwei Etiketten mit demselben Chip unterschiedlich weit?
Die Reichweite bestimmt vor allem die Antenne: ihre Größe, Form und die Abstimmung auf das Material, auf dem das Etikett klebt. Ein kleines Inlay auf einer Glasflasche liest anders als ein großes auf einem Karton. Vergleiche zwischen Chipfamilien sind nur auf gleicher Antenne und gleichem Untergrund aussagekräftig.
