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Auf einen Blick
Wareneingangsprüfung von Karten-, Anhänger- oder Etikettenlieferungen. Ein vereinfachter Plan; vertragliche Prüfnormen müssen ausdrücklich vereinbart werden.
Drei Punkte vor der Entscheidung:
- tatsächliche Größe des gelieferten Loses
- gewähltes Prüfniveau nach Projektrisiko
- vor dem Öffnen festgelegte Annahmeregel
Der Wert des Plans liegt weniger in der exakten Zahl als in seiner Disziplin: Stichprobe über mehrere Kartons verteilt, jedes Stück mit demselben Leser und derselben Methode geprüft, Ergebnis vor jeder Ausgabe notiert. Ein Funktionsfehler stoppt die Annahme und eröffnet den belegten Austausch mit dem Lieferanten. Für vertraglich zugesicherte Qualitätsniveaus wird ausdrücklich eine anerkannte Prüfnorm vereinbart.
Die Rechenregel des Plans
Die Stichprobe ist die Quadratwurzel der Losgröße mal einem Faktor: 0,8 für reduziert, 1,25 für normal und 2 für verschärft, aufgerundet und auf 8 bis 80 Stück begrenzt. Die Zahl der Entnahmestellen ergibt sich aus der Stichprobe geteilt durch zehn, aufgerundet und zwischen drei und sechs gehalten. Je Stelle wird die Stichprobe gleichmäßig verteilt. Das Prüfniveau wählen Sie: reduziert für einen Lieferanten mit mehreren fehlerfreien Losen, verschärft für ein Erstlos oder nach einem Vorfall. Die Annahmeregel bleibt in allen Stufen gleich: Ein Lese- oder Kodierfehler führt zur Ablehnung, ein einzelner kleiner Sichtfehler wird notiert.
Rechenbeispiel für ein Los von 1.000 Karten
Bei normalem Prüfniveau ergeben sich 40 Stück aus vier Positionen mit je zehn Karten. Reduziert sind es 26 Stück aus drei Positionen mit je neun, verschärft 64 Stück aus sechs Positionen mit je elf. Weil je Position aufgerundet wird, entnimmt man in diesen beiden Fällen tatsächlich 27 beziehungsweise 66 Karten. Die Obergrenze von 80 Stück erreicht der Plan bei normalem Niveau ab 3.995 Karten, verschärft bereits ab 1.561. Bei reduziertem Niveau bleibt es bis 100 Karten bei der Untergrenze von acht.
Was an jedem Stück geprüft wird
Je Stück wird die Kennung gelesen und mit der Kennungsliste verglichen, der Aufdruck mit der kodierten Nummer abgeglichen und die Druckqualität, das Druckregister und die Laminatkante begutachtet; bei Anhängern kommt die Öse hinzu. Nummerierte Karten verpacken wir auf Wunsch in Nummernfolge, sodass Anfang, Mitte und Ende des Loses einzelnen Kartons zugeordnet werden können und ein Fehler sich einer Stelle der Produktion zuordnen lässt.
Warum eine gute Stichprobe klein sein darf
Vollprüfung klingt gründlich und ist es selten: Wer tausend Karten einzeln testet, prüft am Ende unkonzentriert und ohne Protokoll. Eine kleinere, sauber verteilte Stichprobe mit fester Methode entdeckt systematische Fehler – falsche Kodierung, vertauschte Nummernkreise, Druckversatz – genauso zuverlässig und bleibt dokumentierbar.
Entscheidend ist die Verteilung: Fehler in der Fertigung treten oft chargenweise auf, am Anfang oder Ende eines Laufs. Eine Stichprobe nur aus dem obersten Karton übersieht genau das. Wer Anfang, Mitte und Ende des Loses erfasst und die Ergebnisse je Position notiert, erkennt auch ein Muster im Fehlerbild – die wertvollste Information für das Gespräch mit dem Lieferanten.



Primärquellen
Häufige Fragen
Warum wächst die Stichprobe nicht proportional mit der Losgröße?
Systematische Fehler wie eine falsche Kodierung oder ein verschobener Nummernkreis betreffen meist viele Stücke zugleich und werden auch mit einer kleinen, gut verteilten Stichprobe gefunden. Die Quadratwurzel sorgt dafür, dass große Lose mehr, aber nicht linear mehr Prüfaufwand erzeugen. Die Obergrenze von 80 Stück hält die Prüfung auch bei großen Lieferungen durchführbar.
Wann ist beim Wareneingang das verschärfte Prüfniveau angebracht?
Bei der ersten Lieferung eines neuen Lieferanten, nach einer Änderung von Baustein, Layout oder Kodierung und nach einer Beanstandung im vorherigen Los. Verschärft bedeutet hier eine größere Stichprobe mit mehr Entnahmestellen, nicht eine andere Annahmeregel. Nach einigen fehlerfreien Losen kann wieder normal geprüft werden.
Wie werden nummerierte Karten für eine Stichprobe entnommen?
Aus den vom Plan genannten Positionen, also Anfang, Mitte und Ende der Nummernfolge sowie Zwischenstellen, jeweils mehrere aufeinanderfolgende Karten. Notieren Sie je Stück die aufgedruckte Nummer. Tritt ein Fehler auf, zeigt die Nummer sofort, in welchem Abschnitt der Produktion er entstanden ist, und begrenzt die Nachprüfung.
