TECHNIK

EM4100 Kennung, Datenrahmen und Anzeigeformate

Die LF-Kennung mit Nur-Lese-Prinzip, ihre Anzeigeformate und typische Grenzen werden im Zusammenhang erklärt.

Stand
24.09.2026
Seitentyp
Technik

Auf einen Blick

Referenz für einfache 125-kHz-Bestände. Eine sichtbare Nummer bestätigt nicht die erwartete Bitreihenfolge.

Drei Punkte vor der Entscheidung:

  • beobachtete Codelänge und Funkparameter
  • Bitreihenfolge und Softwareanzeige
  • dieselbe Kennung auf zwei Lesern

Diese historische Familie liefert im Wesentlichen eine Nur-Lese-Kennung. Ersatzprobleme entstehen häufig durch Darstellung: Bitreihenfolge, Dezimalformat, Aufteilung und Parität. Die Rohlesung eines Referenzausweises wird mit der Kennung verglichen, die die Software tatsächlich zur Freigabe nutzt, bevor ein neues Los definiert wird.

Aufbau des 64-Bit-Codes

Der Baustein sendet fortlaufend 64 Bit: neun Kopfbits mit dem Wert 1, zehn Zeilen aus je vier Datenbits und einem Zeilenparitätsbit, vier Spaltenparitätsbits und ein Stoppbit. Von den 40 Datenbits bilden die ersten acht eine Versions- oder Kundenkennung, die übrigen 32 die eigentliche Nummer. Die Übertragung ist manchestercodiert, üblicherweise mit 64 Trägerschwingungen je Bit. Daraus ergibt sich eine Datenrate von knapp 2 kbit/s; ein vollständiger Code ist in etwa 33 Millisekunden übertragen, und der Leser wertet meist mehrere Wiederholungen aus, bevor er die Nummer weitergibt. Einen Schreibbefehl gibt es nicht; der Code wird beim Bausteinhersteller fest programmiert.

Vom Code zur angezeigten Zahl: ein Rechenbeispiel

Leser und Software stellen denselben Code unterschiedlich dar. Verbreitet sind die 32 Nummernbits als zehnstellige Dezimalzahl, die unteren 24 Bit als Standortcode plus Kartennummer im 26-Bit-Leserformat oder alle 40 Bit hexadezimal. Ein Beispiel: Der Code 01 00 BC 61 4E ergibt als 32-Bit-Wert die Dezimalzahl 0012345678. Aufgeteilt in 8 und 16 Bit wird daraus Standortcode 188 mit Kartennummer 24910, denn BC entspricht 188 und 614E entspricht 24910. Alle drei Anzeigen beschreiben dieselbe Karte. Einige Leser geben zusätzlich Paritätsbits oder die Bits in umgekehrter Reihenfolge aus; dann hilft nur der Vergleich mit einer Referenzkarte.

Nummer ab Werk, Aufdruck nach Lesung

Da sich die Nummer nicht wählen lässt, lesen wir in der Personalisierung jede Karte aus und drucken die Nummer im vereinbarten Format auf den Kartenkörper. Fortlaufende Nummernkreise sind mit diesem Baustein nicht möglich. Werden sie gebraucht, setzen wir beschreibbare 125-kHz-Bausteine ein, die dasselbe Codeformat senden und sich nach dem Beschreiben sperren lassen. Gefertigt wird die Familie als ISO-Karte, als dickere Clamshell-Karte, als Anhänger und als Armband. Die Lesedistanz hängt stark von der Spulengröße ab: Eine ISO-Karte erreicht am selben Leser mehr Abstand als ein kleiner Anhänger oder eine Glaskapsel. Bei Nachlieferungen für Tore oder Parkhauszufahrten lohnt sich deshalb ein Muster in der gewünschten Bauform, das am vorhandenen Leser geprüft wird.

Fest kodierte Einfachheit

Dieser 125-kHz-Klassiker macht genau eines: eine unveränderliche Kennung senden. Keine Schreibvorgänge, keine Schlüssel, keine Konfiguration – was ihn robust, günstig und angenehm vorhersehbar macht, solange die Anwendung nicht mehr verlangt.

Zwei Punkte verdienen Aufmerksamkeit: Das Nummernformat muss zur auswertenden Software passen, und die Kennung ist offen lesbar – Vertraulichkeit oder Kopierschutz sind keine Eigenschaften dieser Klasse. Für einfache Identifikation bleibt er damit eine völlig legitime, ehrliche Wahl.

Häufige Fragen

Kann die Nummer eines verlorenen 125-kHz-Ausweises auf eine neue Karte übertragen werden?

Mit dem fest programmierten Baustein nicht, denn seine Nummer entsteht beim Bausteinhersteller. Mit einem beschreibbaren Baustein, der dasselbe Format sendet, lässt sich eine bestimmte Nummer schreiben und sperren; das übernehmen wir nur im Auftrag oder mit Freigabe des Anlagenbetreibers. Aus Sicherheitsgründen ist es meist sinnvoller, die neue Karte im System anzulernen und die verlorene Nummer zu sperren.

Warum steht auf der 125-kHz-Karte eine andere Zahl als in der Zutrittssoftware?

Aufdruck und Software verwenden oft verschiedene Darstellungen desselben Codes, etwa zehnstellig dezimal auf der Karte und Standortcode mit Kartennummer in der Software. Aus 01 00 BC 61 4E werden so 0012345678 oder 188/24910. Welche Darstellung die Software erwartet, klären wir vor dem Druck an einer Referenzlesung.

Stören Magnetstreifen oder ein zweiter Chip die Lesung bei 125 kHz?

Ein Magnetstreifen beeinflusst die Funklesung nicht. Einen zweiten Baustein für 13,56 MHz können wir mit eigener Antenne in denselben Kartenkörper laminieren; beide Frequenzen arbeiten getrennt. Solche Kombikarten sollten am Muster an beiden Lesertypen geprüft werden, weil die Lage der Spulen im Kartenkörper die Lesedistanz beeinflussen kann.