Auf einen Blick
Für Betreiber und Integratoren, die einen vorhandenen Kartenbestand ergänzen, ohne eine abweichende zweite Serie in Umlauf zu bringen. Ob die Folgeserie passt, bestätigt erst ein Muster an jedem Lesertyp der Anlage und in ihrer Verwaltungssoftware.
Drei Punkte vor der Entscheidung:
- Chipfamilie und Generation am Leser bestätigt
- Kennungsformat und fortgesetzter Nummernkreis
- Druck- und Farbreferenz
Legen Sie aus jeder Lieferung zwei unbenutzte Karten zusammen mit Lieferschein, UID-Liste und freigegebenem Druckabzug in einen Umschlag und lagern Sie ihn flach und dunkel. Diese Karten sind bei der Nachbestellung die verlässlichste Referenz für Chip, Kennungsformat und Farbe, weil sie weder vergilbt noch abgenutzt sind und eindeutig zur ursprünglichen Serie gehören.
Was bei einer Nachbestellung übereinstimmen muss
Eine nachbestellte Karte muss an drei Stellen zur bestehenden Serie passen: am Leser, in der Software und im Aussehen. Am Leser zählen Chipfamilie, Generation und Antennengröße, in der Software das Format der Kennung und der Nummernkreis, im Aussehen Druckbild, Farbe und Nummernaufdruck. Eine Bestellung, die nur die Bezeichnung von der alten Rechnung übernimmt, trifft meist das Erste und verfehlt das Zweite oder Dritte. Wir fertigen eine Folgeserie deshalb nicht nach Artikelbezeichnung, sondern nach Referenzkarte, Vorgabedatei und freigegebenem Muster.
Welche Unterlagen braucht der Hersteller für die Nachbestellung?
Am wichtigsten ist eine unbenutzte Karte aus der laufenden Serie, ersatzweise eine gesperrte aus dem Bestand. Wir lesen daran ab, was der Chip beim Aufruf nach ISO/IEC 14443-3 meldet: die Länge der Kennung und die Kennbytes, an denen ein Leser Familie und Generation unterscheidet. Das ist verlässlicher als die Angabe auf einem alten Lieferschein, denn Chiphersteller lösen Generationen ab, und eine neuere Variante derselben Familie kann sich am Leser anders melden.
Dazu gehört ein Bildschirmfoto der Kartennummer, wie Ihre Software sie anzeigt, zusammen mit der Karte, zu der sie gehört. Daraus ergeben sich Zahlensystem, Stellenzahl und Bytereihenfolge, in denen wir die UID-Liste der neuen Serie liefern. Stimmt die Liste im Format nicht, scheitert der Import, obwohl die Karten einwandfrei sind.
Für den Nummernaufdruck nennen Sie die zuletzt vergebene Nummer, die Stellenzahl mit führenden Nullen, Position und Schriftart. Wurden Nummern aus einer Reserve bereits für Ersatzkarten verwendet, gehört dieser Bereich ebenfalls auf die Liste, damit keine Nummer doppelt erscheint.
Für den Druck brauchen wir offene Druckdaten mit Logos als Vektordatei sowie die Farbangaben, am besten Sonderfarben mit Farbnummer aus einem gängigen Farbfächer. Beschriebene Karten erfordern zusätzlich die Kodierdaten: Inhalt, Datenlayout und Sperrungen. Werden geschützte Bereiche mit Schlüsseln des Anlagenbetreibers beschrieben, erhalten wir diese vom Betreiber oder Integrator auf einem vereinbarten Weg, nie aus einer eingesandten Karte.
Warum passen nachbestellte RFID-Karten manchmal nicht?
Die neue Karte liest am Tischleser, aber nicht am Wandleser: Die Folgeserie hat ein kleineres Inlay oder eine andere Antennengeometrie erhalten. Beides kann normgerecht sein und im begrenzten Feld eines älteren Wandlesers trotzdem nicht ausreichen.
Die Software lehnt die neuen Karten ab oder meldet doppelte Nummern: Die neuere Chipgeneration sendet eine Kennung aus sieben statt vier Bytes, und die Software kürzt sie oder erwartet eine feste Länge. Seltener ist der Chip so eingestellt, dass er bei jedem Aufruf eine wechselnde Zufallskennung ausgibt.
Bei beschriebenen Karten weicht der Inhalt ab: Der gespeicherte Link verweist noch auf eine alte Adresse, eine Sperrung wurde diesmal nicht gesetzt, oder ein Datenfeld beginnt an einer anderen Stelle als bisher. Solche Unterschiede zeigt weder der Druckabzug noch ein Blick auf die Karte; sie fallen erst auf, wenn das Muster im laufenden System gelesen und, wo vorgesehen, beschrieben wird. Bei kodierten Folgeserien empfehlen wir deshalb immer ein kodiertes Muster, auch wenn sich an der Vorgabe angeblich nichts geändert hat.
Das Blau wirkt anders: Getragene Karten sind durch Licht und Abrieb verändert, Druckverfahren oder Kartenmaterial haben gewechselt, oder die Farbe wurde am Bildschirm abgestimmt. Vergleichen Sie deshalb mit einer unbenutzten Karte aus dem Lager. Klemmt die neue Karte im Kartenspender oder Kartendrucker, lohnt eine Messung der Dicke; ISO/IEC 7810 nennt 0,76 mm als Nennmaß, abweichende Aufbauten sind jedoch möglich.
Muster und Freigabe vor der Folgeserie
Vor der Produktion erhalten Sie einen Druckabzug zur Freigabe von Layout, Farben und Nummernposition und auf Wunsch ein Muster mit Chip, Druck und Kodierung. Halten Sie dieses Muster an jeden Lesertyp der Anlage, lernen Sie es in der Software ein und legen Sie es neben eine alte Karte. Erst wenn Lesung, angezeigte Nummer und Aussehen stimmen, geben Sie die Serie frei.
Auf Wunsch liefern wir eine UID-Liste im vereinbarten Format mit der aufgedruckten Nummer je Zeile. Bewahren Sie diese Liste, die Referenzkarten und den freigegebenen Druckabzug zusammen auf. Bei der nächsten Nachbestellung liegen damit alle Unterlagen vor, auch wenn die Zuständigkeit im Haus inzwischen gewechselt hat.
Datenträger im Bild



Primärquellen
Offizieller Katalog der Normteile für kontaktlose Proximity-Objekte.
ISO · Primärquelle ↗ISO/IEC 7810:2019 — identification cards, physical characteristicsNorm zu physischen Kartenmerkmalen: ID-1-Format, Werkstoffe, Biegung, Verzug und Beständigkeit.
Häufige Fragen
Warum sieht eine nachbestellte RFID-Karte farblich anders aus als die alten?
Meist ist der Vergleich das Problem: Getragene Karten sind durch Licht und Abrieb verändert, während die neue Karte frisch gedruckt ist. Echte Abweichungen entstehen, wenn Farben nur als Bildschirmwerte vorliegen oder Druckverfahren und Kartenmaterial wechseln. Eine Sonderfarbe mit Farbnummer und eine unbenutzte Referenzkarte aus der ersten Lieferung halten den Farbton über mehrere Nachbestellungen stabil.
Können nachbestellte Karten dieselben UIDs wie die bisherigen erhalten?
Nein. Die UID schreibt der Chiphersteller bei der Fertigung fest ein, jede Karte hat ihre eigene. Nachbestellte Karten bringen deshalb neue Kennungen mit, die wir als UID-Liste im Format Ihrer Software liefern. Aufgedruckte Nummern setzen den bisherigen Nummernkreis dagegen lückenlos fort, sodass Ausgabe und Verwaltung vertraut bleiben.
Was tun, wenn die ursprünglichen Druckdaten nicht mehr vorhanden sind?
Dann legen wir das Motiv nach einer Referenzkarte neu an. Logos sollten Sie möglichst als Vektordatei nachliefern, etwa aus den Gestaltungsrichtlinien Ihres Hauses, denn aus einem Scan gewonnene Grafiken zeigen bei feinen Linien und kleiner Schrift Unschärfen. Den neu aufgebauten Entwurf erhalten Sie als Druckabzug zur Freigabe, bevor die Serie gedruckt wird.